{"id":9896,"date":"2025-02-07T12:44:54","date_gmt":"2025-02-07T12:44:54","guid":{"rendered":"https:\/\/flex-power.energy\/?p=9896"},"modified":"2025-08-08T09:37:47","modified_gmt":"2025-08-08T09:37:47","slug":"die-grosse-abkopplung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/flex-power.energy\/de\/energieblog\/die-grosse-abkopplung\/","title":{"rendered":"Die gro\u00dfe Abkopplung"},"content":{"rendered":"<p style=\"\"><em>Dieser <\/em><a href=\"https:\/\/www.emw-online.com\/artikel\/250872\/die-grosse-abkopplung-der-strompreise\" target=\"_blank\"><em>Artikel&nbsp;<\/em><\/a><em>ist auch in der Sonderausgabe des e|m|w Magazins zur E-world energy &amp; water 2025 erschienen<\/em>.&nbsp;<\/p>\n<p>Die Cross-Preis-Volatilit\u00e4t[1] der Strompreise war in der Vergangenheit eng mit deren allgemeinem Preisniveau verbunden. Dieser Trend scheint 2024 in Deutschland zu Ende zu gehen, da nun einerseits die niedrigen Grenzkosten der erneuerbaren Energien das allgemeine Gro\u00dfhandelspreisniveau nach unten dr\u00fccken, andererseits aber Spitzenerzeuger wie Gas und Batterien ihre Investitionen in zwar relativ wenigen, aber zunehmend teuren Produktionsstunden finanzieren m\u00fcssen. In diesem Artikel erl\u00e4utern wir diesen Mechanismus und argumentieren, dass diese Entkopplung ein Mittel der M\u00e4rkte ist, um Investitionen in kurzfristige Flexibilit\u00e4t anzureizen.<\/p>\n<p>Abbildung 1 zeigt die durchschnittlichen t\u00e4glichen Day-Ahead-Spotpreise f\u00fcr den deutschen Markt in blau und den <a href=\"https:\/\/flex-power.energy\/de\/energieblog\/stromeinkauf-absicherung-preis-volatilitat-batterie\/\" style=\"outline: none;\">t\u00e4glichen Day-Ahead-Hoch-Tief-Preis-Spread<\/a> als Ma\u00df f\u00fcr die Volatilit\u00e4t in gr\u00fcn. Es ist zu erkennen, dass sich die beiden in den letzten f\u00fcnf Jahren parallel entwickelt haben, im Jahr 2024 entkoppeln sie sich jedoch.<\/p>\n<blockquote><p>[1] In diesem Artikel definieren wir Volatilit\u00e4t als die Preisspanne von Produkten innerhalb eines Tages zwischen den Stunden auf Spotm\u00e4rkten. Streng genommen bezieht sich Volatilit\u00e4t im Finanzwesen auf die Bewegung einer Preiskurve im Zeitverlauf. Zum Beispiel kann das st\u00fcndliche Produkt 12-13 zu verschiedenen Preisen gehandelt werden, von einer Woche im Voraus \u00fcber den Vortag bis hin zum Intraday-Handel vor der Lieferung. Dies ist NICHT die Art von Volatilit\u00e4t, auf die wir uns hier beziehen. Wir meinen die Preisspannen ZWISCHEN verschiedenen Produkten zu einem bestimmten Zeitpunkt. Die beiden Konzepte sind eng miteinander verkn\u00fcpft; wir m\u00f6chten uns jedoch auf die Cross-Preis-Volatilit\u00e4t konzentrieren.<\/p><\/blockquote>\n<p><span><img decoding=\"async\" alt=\"Liniengrafik mit Day-Ahead High-Low-Spread und durchschnittlichem Day-Ahead-Preis im Strommarkt, 30-Tage-gleitender Durchschnitt, zeigt Preisvolatilit\u00e4t und Markttrends von 2018 bis 2025\" data-id=\"9935\" width=\"748\" data-init-width=\"1536\" height=\"421\" data-init-height=\"865\" title=\"Day ahead high low spread and day ahead preis level\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/flex-power.energy\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/day-ahead-strompreis-spread-preisniveau.png\" data-width=\"748\" data-height=\"421\" style=\"aspect-ratio: auto 1536 \/ 865;\"><\/span><\/p>\n<p>Abbildung 1: Preisniveaus und produkt\u00fcbergreifende Preisvolatilit\u00e4t (eigene Darstellung)<\/p>\n<h2 id=\"t-1691495644227\">Warum hohe Preise mit hoher Volatilit\u00e4t korreliert sind<\/h2>\n<p>Stellen Sie sich zwei B\u00e4lle vor, die in einem begrenzten Raum wie dem Kasten in t1 (siehe Abbildung 2) h\u00fcpfen. Wir denken uns produkt\u00fcbergreifende Volatilit\u00e4t als den durchschnittlich gemessenen Abstand zwischen diesen beiden springenden B\u00e4llen d1. Nehmen wir an, wir erh\u00f6hen die Decke oder die H\u00f6he meines Kastens in t2. Nun haben beide B\u00e4lle bei sonst gleichen Bedingungen mehr Platz, um sich zu bewegen, so dass der durchschnittliche Abstand zwischen meinen B\u00e4llen zunimmt. d2 ist daher in t2 gr\u00f6\u00dfer ist als d1. Diese \u00dcberlegung l\u00e4sst sich gut auf Strompreise \u00fcbertragen, bei denen ein Anstieg des Gesamtpreisniveaus aufgrund einer Erh\u00f6hung der Inputkosten wie Kohle, Gas oder CO2 einfach die Decke anhebt und es den Preisen erm\u00f6glicht, in einem offenen Raum st\u00e4rker zu schwanken.<\/p>\n<p><span><img decoding=\"async\" alt=\"Liniendiagramm zeigt den Verlauf von Day Ahead High-Low-Spread und durchschnittlichem Preis in Euro von 2017 bis 2025 mit starkem Anstieg w\u00e4hrend der Energiekrise.\" data-id=\"9880\" width=\"748\" data-init-width=\"1068\" height=\"495\" data-init-height=\"707\" title=\"Day Ahead Strompreis-Analyse \u2013 Preisniveaus und Volatilit\u00e4t im Zeitverlauf\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/flex-power.energy\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/day-ahead-strompreis-volatilitaet-analyse.png\" data-width=\"748\" data-height=\"495\" style=\"aspect-ratio: auto 1068 \/ 707;\"><\/span><\/p>\n<p>Abbildung 2: Darstellung von Volatilit\u00e4t bei unterschiedlichen Preisniveaus (eigene Darstellung)<\/p>\n<h2 id=\"t-1738685596681\">Preise sind eine Funktion von Angebot, Nachfrage und deren jeweiligen Elastizit\u00e4ten<\/h2>\n<p>Lassen Sie uns nun aber zuerst einen Schritt zur\u00fcckgehen. In den Wirtschaftswissenschaften sind die Preise das Ergebnis des Zusammenspiels von Angebot und Nachfrage und ihrer jeweiligen Elastizit\u00e4ten bei verschiedenen Preisniveaus. Vereinfacht ausgedr\u00fcckt sind die Preise das Ergebnis der Bereitschaft der Erzeuger, eine bestimmte Menge Strom zu einem bestimmten Preisniveau zu liefern, und der Bereitschaft der Verbraucher, zu diesem Preisniveau zu kaufen. Die Elastizit\u00e4t der Nachfrage misst, wie stark sich der Stromverbrauch bei einer Preis\u00e4nderung \u00e4ndern w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Die Nachfrage nach Strom ist in der Regel unelastisch, da die Menschen und Unternehmen unabh\u00e4ngig vom Preis Strom ben\u00f6tigen und bei ihren Verbrauchsentscheidungen zudem h\u00e4ufig die Echtzeit-Marktpreise gar nicht erst sehen, da sie von ihren Versorgern durch Festpreisvertr\u00e4ge abgesichert sind.<\/p>\n<p>Die Angebotselastizit\u00e4t misst, wie stark sich die Stromerzeugung bei Preis\u00e4nderungen ver\u00e4ndert. Das Angebot h\u00e4ngt von der <a href=\"\/de\/school-of-flex\/grenzkosten\/\" style=\"outline: none;\">Merit-Order<\/a> ab , d. h. billigere Quellen (wie erneuerbare Energien) werden zuerst genutzt und teurere (wie Gasturbinen) werden sp\u00e4ter eingesetzt, wenn die Nachfrage steigt. Wenn wir uns also mit Preisunterschieden befassen, suchen wir zwangsl\u00e4ufig nach Ver\u00e4nderungen bei der Nachfrage und dem Angebot und deren jeweiligen Elastizit\u00e4ten.&nbsp;<\/p>\n<p>Warum also f\u00fchren h\u00f6here Preisniveaus tendenziell zu einer h\u00f6heren Preisvolatilit\u00e4t? Vergessen wir einmal die erneuerbaren Energien und schauen wir uns an, was ein Angebotspreisschock f\u00fcr die Preisvolatilit\u00e4t bedeutet. Die Energiekrise von 2021 bis 2023 dient als Lehrbuchbeispiel.&nbsp;<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst betrachten wir eine sehr gem\u00fctliche Merit-Order-Angebotskurve aus dem Jahr 2018, als Gas zu rund 18 EUR\/MWh gehandelt wurde und die CO2-Kosten bei rund 16 EUR\/Tonne lagen. Ein R\u00fcckgang der Nachfrage von 60 GW auf 40 GW h\u00e4tte zu einem Preisverfall von 20 EUR gef\u00fchrt. Oder anders ausgedr\u00fcckt: Das Angebot war recht preiselastisch: d.h. eine Preis\u00e4nderung von 20 EUR f\u00fchrt zu einer hohen Angebots\u00e4nderung von 20 GW. Abbildung 3 veranschaulicht diesen Punkt. Eine Nachfrage von 60 GW (ohne erneuerbare Erzeugung) h\u00e4tte uns vom Gashandel mit 50 EUR\/MWh zum Kohlehandel mit damals etwa 30 EUR\/MWh gef\u00fchrt.<\/p>\n<p><span><img decoding=\"async\" alt=\"Merit-Order-Kurve thermischer Kraftwerke in Deutschland 2018 mit Nachfrage\u00e4nderung von 60 GW auf 40 GW und Preisr\u00fcckgang von 50 auf 30 EUR\/MWh\" data-id=\"9938\" width=\"748\" data-init-width=\"1309\" height=\"485\" data-init-height=\"848\" title=\"Merit-Order von thermischen Kraftwerken in Deutschland 2018\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/flex-power.energy\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/merit-order-deutschland-2018-flexpower.png\" data-width=\"748\" data-height=\"485\" style=\"aspect-ratio: auto 1309 \/ 848;\"><\/span><\/p>\n<p>Abbildung 3: Eine \u00c4nderung der Nachfrage f\u00fchrt zu moderaten Preisverschiebungen auf niedrigem Preisniveau (abge\u00e4nderte Abbildung auf Basis einer Grafik von <a href=\"https:\/\/www.ffe.de\/en\/publications\/merit-order-shifts-and-their-impact-on-the-electricity-price\/ \" target=\"_blank\">FfE<\/a>)<\/p>\n<p>Jetzt springen wir in die Energiekrise, die durch den von Russland ausgel\u00f6sten Krieg in der Ukraine im Jahr 2022 verursacht wurde. Der Krieg f\u00fchrte zu einem Einfrieren der Gaslieferungen, was die Gaspreise auf 123 EUR\/MWh (in diesem Beispiel) und damit die Grenzproduktionskosten von Gas und auch anderen konventionellen Energietr\u00e4gern wie Kohle[2] in die H\u00f6he trieb. Dar\u00fcber hinaus waren die CO2-Preise auf 90 EUR pro Tonne gestiegen, was die Merit-Order-Kurve weiter ansteigen werden lie\u00df.<\/p>\n<p>Bei der Betrachtung von Abbildung 4 f\u00e4llt zun\u00e4chst auf, dass sich das Preisniveau auf der Y-Achse etwas ver\u00e4ndert hat, und hier k\u00f6nnen wir unseren Bouncing-Balls-Effekt beobachten. Wir haben die Obergrenze unserer Box erh\u00f6ht, und nun ist der durchschnittliche Abstand zwischen den Angeboten auf der Merit Order einfach weiter auseinander, wenn alle anderen Dinge gleich bleiben. Die Merit-Order hat auch eine etwas andere Form, da einige Kernkraftwerke den Markt verlassen haben, aber das ist f\u00fcr die in diesem Artikel gemachten Aussagen nicht wesentlich. Der Preis im Jahr 2022 (in der Situation in Abbildung 4) bei einer Nachfrage von 60 GW lag bei 470 EUR\/MWh und bei 280 EUR\/MWh, sobald die Nachfrage auf 40 GW fiel. Beobachten Sie, wie die \u00c4nderung der Nachfrage von 60 GW auf 40 GW nun zu einer Preis\u00e4nderung von 190 EUR im Vergleich zu den 20 EUR vorher f\u00fchrt. Ein massiver Anstieg des Spreads also, wie auch in Abbildung 1 zu sehen ist. Im Jahr 2018 war eine Preis\u00e4nderung von 20 EUR mit einer \u00c4nderung des Angebots von 20 GW verbunden, w\u00e4hrend im Jahr 2022 eine Preis\u00e4nderung von 20 EUR kaum zu einer \u00c4nderung des Angebots gef\u00fchrt h\u00e4tte. Das bedeutet, dass die Elastizit\u00e4t des Angebots immens abgenommen hat.&nbsp;<\/p>\n<blockquote><p>[2] Kohle kann als Substitut f\u00fcr Gas dienen (und umgekehrt), sodass ein Kostenanstieg bei einem der beiden die Nachfrage nach dem Anderen erh\u00f6hen kann und dadurch ebenfalls dessen Preise steigen l\u00e4sst.<\/p><\/blockquote>\n<p><span><img decoding=\"async\" alt=\"Merit-Order-Kurve thermischer Kraftwerke in Deutschland 2022 mit Preisunterschieden von 190 EUR\/MWh bei hoher Gas- und CO2-Kosten\" data-id=\"9940\" width=\"748\" data-init-width=\"1317\" height=\"480\" data-init-height=\"846\" title=\"Merit-Order von thermischen Kraftwerken in Deutschland 2022\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/flex-power.energy\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/merit-order-thermische-kraftwerke-2022.png\" data-width=\"748\" data-height=\"480\" style=\"aspect-ratio: auto 1317 \/ 846;\"><\/span><\/p>\n<p>Abbildung 4: Eine \u00c4nderung der Nachfrage f\u00fchrt zu starken Preisverschiebungen bei h\u00f6heren Preisniveaus<\/p>\n<p>Interessant ist, dass es theoretisch m\u00f6glich w\u00e4re, die Preise nach oben zu verschieben, ohne dass die Volatilit\u00e4t zunimmt. Wenn wir die Merit-Order f\u00fcr 2018 in Abbildung 3 einfach an allen Stellen um 400 EUR\/MWh nach oben verschieben w\u00fcrden, dann w\u00fcrde die \u00c4nderung der Nachfrage immer noch nur zu einem Preisr\u00fcckgang von 20 EUR f\u00fchren, aber in der Praxis sehen wir, dass je mehr Platz die Preise haben, um sich zu bewegen, desto gr\u00f6\u00dfer ihre durchschnittliche Entfernung wird. Die Preise tendieren also dazu, sich in dem ihnen zur Verf\u00fcgung stehenden Raum zu bewegen.<\/p>\n<p>Anhand von Abbildung 1 k\u00f6nnen wir nun verstehen, warum und wie h\u00f6here Preisniveaus tendenziell zu einer h\u00f6heren produkt\u00fcbergreifenden Preisvolatilit\u00e4t f\u00fchren. Doch nun zur Schl\u00fcsselfrage: Warum entkoppeln sich diese beiden Entwicklungen ab 2024? Die einfache Antwort lautet: Es liegt an den erneuerbaren Energien. Lassen Sie uns dies im Folgenden nun weiter vertiefen.<\/p>\n<h2 id=\"t-1738685596683\">Erneuerbare Energien mit niedrigen Grenzkosten mischen die Preisbildung auf<\/h2>\n<p>Was \u00e4ndern die erneuerbaren Energien an all dem? Nun, erstens sind erneuerbare Energietr\u00e4ger bei den Grenzkosten sehr billig. Wir k\u00f6nnen davon ausgehen, dass die Grenzkosten von Wind und Sonne gleich Null sind. Das bedeutet, dass sie alle anderen Stromerzeuger verdr\u00e4ngen, wann immer sie verf\u00fcgbar sind. Dadurch sinken die j\u00e4hrlichen Produktionsstunden aller konventionellen Erzeuger, was bedeutet, dass Grundlasttechnologien wie Kernkraft (und Braunkohle) auch ohne politische Intervention von den erneuerbaren Energien aus dem Markt gedr\u00e4ngt werden, da sie viele Produktionsstunden ben\u00f6tigen, um rentabel zu sein. Dies bedeutet, dass der konventionelle Versorgungsbestand schrumpft und flexiblere Spitzenlastkapazit\u00e4ten, meist Gas (und Batterien), ben\u00f6tigt werden, um die abnehmenden L\u00fccken in der erneuerbaren Erzeugung zu f\u00fcllen.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem wird die Angebotskurve konventioneller Technologien steiler, d.h. die Elastizit\u00e4t des Angebots nimmt ab. Man kann sich diesen Effekt als eine Verlagerung von den langfristigen Grenzkosten zu den kurzfristigen Grenzkosten vorstellen, die auf verschiedenen M\u00e4rkten tendenziell h\u00f6her sind. Die Logik besteht darin, dass es teurer ist, innerhalb eines kurzen Zeitraums (weniger Laufzeitstunden) eine gro\u00dfe Menge an zus\u00e4tzlichem Output zu liefern. Stellen Sie sich vor, Sie m\u00fcssen 100 G\u00e4ste in einer K\u00fcche bedienen, die f\u00fcr 30 Personen ausgelegt ist. Jede zus\u00e4tzliche Mahlzeit wird h\u00f6here Grenzkosten verursachen, da zu viele K\u00f6che eine sehr kleine K\u00fcche \u00fcberf\u00fcllen. Bei Gas-Peakern ist derselbe Effekt zu beobachten, da die Anfahrkosten (Hoch- und Herunterfahren f\u00fcr kurze Zeitr\u00e4ume) wieder eingespielt werden m\u00fcssen und auch ihre Kapitalkosten in weniger Stunden refinanziert werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Wir brauchen etwas Mikro\u00f6konomie, um die Situation zu veranschaulichen. In einer konventionellen Stromversorgungswelt haben wir eine recht konstante Merit-Order-Kurve, die in Abh\u00e4ngigkeit von der st\u00fcndlichen Nachfrage aktiviert wird. Ver\u00e4nderungen in der Nachfrage f\u00fchren also zu Preisunterschieden. Nehmen wir die Verschiebung der Nachfrage um 20 GW innerhalb eines Tages von den Beispielen bevor und stellen wir eine Theorie dar\u00fcber auf, was passiert. Wir sehen eine recht elastische konventionelle Angebotskurve, die auf die Preise reagiert. Wenn die Nachfrage sinkt, fallen die Preise, bis einige konventionelle Kraftwerke ihre Produktion gerade so weit herunterfahren, dass sie die Nachfrage decken k\u00f6nnen. Dies ist das klassische Merit-Order-Modell und Abbildung 5 ist lediglich eine vereinfachte Darstellung mit elastischem Angebot und einer sehr unelastischen Nachfrage zu zwei Zeitpunkten.<\/p>\n<p><span><img decoding=\"async\" alt=\"Diagramm zur moderaten Preisvolatilit\u00e4t bei thermischem Angebot\" data-id=\"9910\" width=\"392\" data-init-width=\"367\" height=\"421\" data-init-height=\"394\" title=\"Moderate Preis Volatiliaet bei thermischen Angebot\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/flex-power.energy\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/moderate-preisvolatilitaet-thermisches-angebot-flexpower.png\" data-width=\"392\" data-height=\"421\" style=\"aspect-ratio: auto 367 \/ 394;\"><\/span><\/p>\n<p>Abbildung 5: Moderate Preisverschiebungen in einem konventionellen Angebotsuniversum (eigene Darstellung)<\/p>\n<p>Jetzt f\u00fcgen wir gro\u00dfe Wind- und Solarkapazit\u00e4ten in den Strommix hinzu, wie es Deutschland in den letzten 15 Jahren tats\u00e4chlich getan hat. In einer Welt der erneuerbaren Energien m\u00fcssen wir zus\u00e4tzlich zu den Nachfrageverschiebungen zunehmend auch die Angebotsverschiebungen ber\u00fccksichtigen, um die Preisentwicklung zu verstehen. In Deutschland schwankte die Produktion von Wind- und Solarenergie im vergangenen Jahr zwischen 0,5 GW und 68 GW, was auf extreme kurzfristige Angebotsschocks in einem Land mit einer durchschnittlichen Nachfrage von 55 GW hinweist. Stellen Sie sich also eine Situation vor, in der der gr\u00f6\u00dfte Teil der Nachfrage durch ein sehr g\u00fcnstiges Wind- und Solarangebot gedeckt wird. Ohne Marktverzerrungen, wie sie in Deutschland, wo <a href=\"https:\/\/flex-power.energy\/de\/energieblog\/wirtschaftlichkeit-abregelung-wind-solar\/ \" style=\"outline: none;\">negative Preise \u00fcblich sind<\/a>, h\u00e4ufig zu beobachten sind, drosseln die erneuerbaren Energietr\u00e4ger ihre Produktion bei etwa 0 EUR\/MWh. An diesem Punkt ist das Angebot also extrem elastisch: eine Preis\u00e4nderung von 1 EUR\/MWh auf -1 EUR\/MWh k\u00f6nnte eine \u00c4nderung des Angebots um mehrere Dutzend GW Strom bedeuten. Die erneuerbaren Energien k\u00f6nnen jedoch nicht hochgefahren werden, so dass die residuale Nachfrage, d. h. die Differenz zwischen der Gesamtnachfrage und dem Angebot an erneuerbaren Energien, weiterhin durch konventionelle Erzeugung gedeckt werden muss. In unserem Beispiel in Abbildung 6 wird die hohe Nachfrage in t1 zu einem gro\u00dfen Teil durch erneuerbare Energien und dann durch ein relativ teures konventionelles Angebot gedeckt. Die Angebotskurve ist steiler als im vorherigen Beispiel, da die Kraftwerke nur f\u00fcr wenige Stunden ben\u00f6tigt werden und daher h\u00f6here kurzfristige Grenzkosten haben.&nbsp;<\/p>\n<p>Wenn die Nachfrage am Zeitpunkt t2 dann von Q1 auf Q2 zur\u00fcckgeht, k\u00f6nnen die erneuerbaren Energien die gesamte Nachfrage decken und die Preise sinken auf Null. Aufgrund der sehr niedrigen Preise zum Zeitpunkt t2 ist das durchschnittliche Preisniveau im Universum der erneuerbaren Energien niedriger als im obigen konventionellen Universum, obwohl P1 h\u00f6her ist als zuvor, d. h. die erneuerbaren Energien senken das durchschnittliche Preisniveau trotz h\u00f6herer Preisspitzen.<\/p>\n<p><span><img decoding=\"async\" alt=\"Diagramm zur extremen Preisvolatilit\u00e4t bei hohem Angebot erneuerbarer Energien\" data-id=\"9912\" width=\"392\" data-init-width=\"422\" height=\"376\" data-init-height=\"405\" title=\"Extreme Preisverschiebungen bei hohem erneuerbaren Angebot\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/flex-power.energy\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/extreme-preisvolatilitaet-erneuerbare-energien-flexpower.png\" data-width=\"392\" data-height=\"376\" style=\"aspect-ratio: auto 422 \/ 405;\"><\/span><\/p>\n<p>Abbildung 6: Extreme Preisverschiebungen in einem Umfeld, in dem erneuerbare Energien zum Einsatz kommen (eigene Darstellung)<\/p>\n<p>Was wir jedoch sehr deutlich sehen k\u00f6nnen, ist, dass der Unterschied zwischen P1 und P2 in der Welt der erneuerbaren Energien viel gr\u00f6\u00dfer ist als in der Welt der konventionellen Energien. Die Preisvolatilit\u00e4t hat deutlich zugenommen.<\/p>\n<p>Nach einigen theoretischen \u00dcberlegungen sollten wir nun verstehen, was wir als \u201eDie gro\u00dfe Abkopplung\u201c bezeichnet haben: Es geht nicht darum, dass die Korrelation zwischen hohen Preisen und hoher Volatilit\u00e4t geendet hat. Diese Korrelation sollte im Allgemeinen intakt bleiben, denn deren Logik gilt auch in der heutigen Welt. Es gibt jedoch eine neue Kraft, die das Preisniveau insgesamt f\u00fcr sehr viele Stunden nach unten dr\u00fcckt und gleichzeitig die Volatilit\u00e4t erh\u00f6ht, da der Strom nur f\u00fcr wenige Stunden am Tag sehr teuer sein wird. Diese Kraft hat einen Namen und hei\u00dft Wind- und Sonnenenergie.&nbsp;<\/p>\n<h2 id=\"t-1738753504968\">Der Bedarf an Flexibilit\u00e4t<\/h2>\n<p>Was also signalisiert diese \u201eGro\u00dfe Abkopplung\u201c dem Markt? Die Antwort ist ganz einfach: Es ist ein Ruf nach flexibler Nachfrage von einem Markt, der in Preisen spricht. In einem System mit erneuerbaren Energien gibt es viel mehr Kapazit\u00e4t an Stromerzeugern als durchschnittliche Nachfrage nach Strom, was bedeutet, dass die Preise, wenn erneuerbare Energien verf\u00fcgbar sind, die meiste Zeit nahe Null (oder negativ) sein werden. Dabei handelt es sich nicht um ein Marktversagen oder einen \u201eKannibalisierungseffekt\u201c, sondern um ein ganz einfaches Verh\u00e4ltnis von Angebot und Nachfrage. Wenn aber erneuerbare Energien knapp sind, werden konventionelle Kraftwerke nur f\u00fcr wenige Stunden am Tag oder im Jahr ben\u00f6tigt, und um ihre Investitions- und Zykluskosten wieder hereinzuholen, brauchen sie hohe Preise, um sich zu finanzieren. Wie diese Produktionskapazit\u00e4ten in diesem Umfeld zu finanzieren sind, ist eine faszinierende, wenn auch andere Frage.<\/p>\n<p>Um die Vorteile dieses neuen und sich schnell ver\u00e4ndernden Umfelds nutzen zu k\u00f6nnen, m\u00fcssen wir die kurzfristige Nachfrage nach Elektrofahrzeugen, W\u00e4rmepumpen und flexiblen industriellen Prozessen in erheblichem Ma\u00df in die Zeitr\u00e4ume verschieben, in denen erneuerbare Energien (insbesondere Solarenergie) verf\u00fcgbar sind. Vergessen Sie dabei Ihren K\u00fchlschrank und Ihre Waschmaschine, sie machen kaum einen Unterschied. Die Preise sollten dieses Signal \u00fcber alle Kundensegmente hinweg aussenden d\u00fcrfen, was intelligente Z\u00e4hler und flexible Tarife erfordert, um den Kunden die richtigen Anreize zu geben auf Preise zu reagieren.<\/p>\n<p>Die technologische L\u00f6sung, die am meisten von dieser zunehmenden Volatilit\u00e4t profitiert, sind nat\u00fcrlich Energiespeichersysteme oder -batterien (BESS), die wirklich als flexible Nachfrage betrachtet werden k\u00f6nnen: Sie erh\u00f6hen die Last in Zeiten mit hohem Angebot an erneuerbaren Energien und verringern die Last in Zeiten, in denen die erneuerbaren Energien knapp sind. Mit den derzeitigen Batteriekonfigurationen sind sie (noch) nicht geeignet, uns durch eine l\u00e4ngere \u201eDunkelflaute\u201c zu bringen, aber sie sind die billigste Antwort auf eine flexible Nachfrage, die wir bisher geh\u00f6rt haben.<\/p>\n<h2 id=\"t-1738753504969\">Conclusio<\/h2>\n<p>Es ist faszinierend zu beobachten, dass sich die Volatilit\u00e4t der deutschen Strompreise im Jahr 2024 vom allgemeinen Strompreisniveau abkoppelt. Das bedeutet nicht, dass h\u00f6here Preisniveaus aufgrund von hohem Gas- oder CO2-Aussto\u00df nicht mehr zu hoher Volatilit\u00e4t f\u00fchren; das tun sie. Vielmehr sehen wir einen zus\u00e4tzlichen Effekt durch den Zubau an erneuerbaren Kapazit\u00e4ten. Einerseits werden die durchschnittlichen Strompreise durch die vielen Stunden mit sehr niedrigen Preisen nach unten gedr\u00fcckt. Andererseits werden die Strompreise aufgrund einer steilen kurzfristigen Angebotskurve f\u00fcr sehr wenige Stunden vor\u00fcbergehend angehoben. Wir dr\u00fccken also das durchschnittliche Preisniveau und erh\u00f6hen gleichzeitig die Volatilit\u00e4t. Diese \u201eGro\u00dfe Abkopplung\u201c ist eine gute Nachricht f\u00fcr alle, die an der Bereitstellung von strommarktseitiger Flexibilit\u00e4t arbeiten: seien es lastseitige Flexibilit\u00e4tsoptionen oder Batteriespeicher. <a href=\"\/de\/services\/batterievermarktung\/\" style=\"outline: none;\">Ihre Zeit ist nun gekommen<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Cross-Preis Volatilit\u00e4t der Strompreise war in der Vergangenheit eng mit deren allgemeinem Preisniveau verbunden. Dieser Trend scheint 2024 in Deutschland zu Ende zu gehen, da nun einerseits die niedrigen Grenzkosten der erneuerbaren Energien das allgemeine Gro\u00dfhandelspreisniveau nach unten dr\u00fccken, andererseits aber Spitzenerzeuger wie Gas und Batterien ihre Investitionen in zwar relativ wenigen, aber zunehmend teuren Produktionsstunden finanzieren m\u00fcssen. <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":9935,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","tve_updated_post":"<div class=\"tcb-clear\" data-css=\"tve-u-67a33f37300528\"><div class=\"thrv_wrapper tve-toc tve-elem-scroll tve-toc-expandable tcb-local-vars-root\" data-columns=\"1\" data-ct=\"toc-60672\" data-transition=\"slide\" data-headers=\"h2\" data-numbering=\"advanced\" data-highlight=\"section\" data-ct-name=\"Table of Contents 04\" 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Elastizit\u00e4ten<\/a><\/div><div class=\"thrv_wrapper tve-toc-heading tve-toc-heading-level0 tve_no_icons\" data-tag=\"H2\" data-css=\"tve-u-67a33f37300590\" data-element-name=\"Heading Level 1\"><div class=\"thrv_wrapper tve-toc-number tve-toc-number0 tve_no_icons tve-jump-scroll\" data-target=\"#t-1738685596683\" jump-animation=\"smooth\" data-element-name=\"Number Level 1\" data-level=\"0\" data-css=\"tve-u-67a33f37300606\"><span class=\"tve-toc-disabled\">3<\/span><\/div><a href=\"#t-1738685596683\" class=\"tve-toc-anchor tve-jump-scroll\" jump-animation=\"smooth\">Erneuerbare Energien mit niedrigen Grenzkosten mischen die Preisbildung auf<\/a><\/div><div class=\"thrv_wrapper tve-toc-heading tve-toc-heading-level0 tve_no_icons\" data-tag=\"H2\" data-css=\"tve-u-67a33f37300590\" data-element-name=\"Heading Level 1\"><div class=\"thrv_wrapper tve-toc-number tve-toc-number0 tve_no_icons tve-jump-scroll\" data-target=\"#t-1738753504968\" jump-animation=\"smooth\" data-element-name=\"Number Level 1\" data-level=\"0\" data-css=\"tve-u-67a33f37300606\"><span class=\"tve-toc-disabled\">4<\/span><\/div><a href=\"#t-1738753504968\" class=\"tve-toc-anchor tve-jump-scroll\" jump-animation=\"smooth\">Der Bedarf an Flexibilit\u00e4t<\/a><\/div><div class=\"thrv_wrapper tve-toc-heading tve-toc-heading-level0 tve_no_icons\" data-tag=\"H2\" data-css=\"tve-u-67a33f37300590\" data-element-name=\"Heading Level 1\"><div class=\"thrv_wrapper tve-toc-number tve-toc-number0 tve_no_icons tve-jump-scroll\" data-target=\"#t-1738753504969\" jump-animation=\"smooth\" data-element-name=\"Number Level 1\" data-level=\"0\" data-css=\"tve-u-67a33f37300606\"><span class=\"tve-toc-disabled\">5<\/span><\/div><a href=\"#t-1738753504969\" class=\"tve-toc-anchor tve-jump-scroll\" jump-animation=\"smooth\">Conclusio<\/a><\/div><\/div><div class=\"thrv_wrapper thrv-divider tve-vert-divider\" data-style=\"tve_sep-1\" data-color-d=\"rgba(0, 0, 0, 0.24)\" data-css=\"tve-u-67a33f37300638\" data-style-d=\"tve_sep-3\" data-thickness-d=\"6\"><hr class=\"tve_sep tve_sep-3\" style=\"\"><\/div><\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n<\/div><\/div><div class=\"thrv_wrapper thrv_text_element\"><p data-css=\"tve-u-194d6966021\" style=\"\"><em>Dieser <\/em><a href=\"https:\/\/www.emw-online.com\/artikel\/250872\/die-grosse-abkopplung-der-strompreise\" target=\"_blank\"><em>Artikel&nbsp;<\/em><\/a><em>ist auch in der Sonderausgabe des e|m|w Magazins zur E-world energy &amp; water 2025 erschienen<\/em>.&nbsp;<\/p><\/div><div class=\"thrv_wrapper thrv_text_element\" data-css=\"tve-u-67a33f37300691\"><p>Die Cross-Preis-Volatilit\u00e4t[1] der Strompreise war in der Vergangenheit eng mit deren allgemeinem Preisniveau verbunden. Dieser Trend scheint 2024 in Deutschland zu Ende zu gehen, da nun einerseits die niedrigen Grenzkosten der erneuerbaren Energien das allgemeine Gro\u00dfhandelspreisniveau nach unten dr\u00fccken, andererseits aber Spitzenerzeuger wie Gas und Batterien ihre Investitionen in zwar relativ wenigen, aber zunehmend teuren Produktionsstunden finanzieren m\u00fcssen. In diesem Artikel erl\u00e4utern wir diesen Mechanismus und argumentieren, dass diese Entkopplung ein Mittel der M\u00e4rkte ist, um Investitionen in kurzfristige Flexibilit\u00e4t anzureizen.<\/p><p>Abbildung 1 zeigt die durchschnittlichen t\u00e4glichen Day-Ahead-Spotpreise f\u00fcr den deutschen Markt in blau und den <a href=\"https:\/\/flex-power.energy\/de\/energieblog\/stromeinkauf-absicherung-preis-volatilitat-batterie\/\" class=\"\" style=\"outline: none;\">t\u00e4glichen Day-Ahead-Hoch-Tief-Preis-Spread<\/a> als Ma\u00df f\u00fcr die Volatilit\u00e4t in gr\u00fcn. Es ist zu erkennen, dass sich die beiden in den letzten f\u00fcnf Jahren parallel entwickelt haben, im Jahr 2024 entkoppeln sie sich jedoch.<\/p><blockquote class=\"\">[1] In diesem Artikel definieren wir Volatilit\u00e4t als die Preisspanne von Produkten innerhalb eines Tages zwischen den Stunden auf Spotm\u00e4rkten. Streng genommen bezieht sich Volatilit\u00e4t im Finanzwesen auf die Bewegung einer Preiskurve im Zeitverlauf. Zum Beispiel kann das st\u00fcndliche Produkt 12-13 zu verschiedenen Preisen gehandelt werden, von einer Woche im Voraus \u00fcber den Vortag bis hin zum Intraday-Handel vor der Lieferung. Dies ist NICHT die Art von Volatilit\u00e4t, auf die wir uns hier beziehen. Wir meinen die Preisspannen ZWISCHEN verschiedenen Produkten zu einem bestimmten Zeitpunkt. Die beiden Konzepte sind eng miteinander verkn\u00fcpft; wir m\u00f6chten uns jedoch auf die Cross-Preis-Volatilit\u00e4t konzentrieren.<\/blockquote><\/div><div class=\"thrv_wrapper tve_image_caption tve-image-caption-below\" data-css=\"tve-u-67a33f373006a4\"><span class=\"tve_image_frame\"><img decoding=\"async\" class=\"tve_image tcb-moved-image wp-image-9935\" alt=\"Liniengrafik mit Day-Ahead High-Low-Spread und durchschnittlichem Day-Ahead-Preis im Strommarkt, 30-Tage-gleitender Durchschnitt, zeigt Preisvolatilit\u00e4t und Markttrends von 2018 bis 2025\" data-id=\"9935\" width=\"748\" data-init-width=\"1536\" height=\"421\" data-init-height=\"865\" title=\"Day ahead high low spread and day ahead preis level\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/flex-power.energy\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/day-ahead-strompreis-spread-preisniveau.png\" data-width=\"748\" data-height=\"421\" style=\"aspect-ratio: auto 1536 \/ 865;\" data-css=\"tve-u-19888f64ed8\"><\/span><p class=\"thrv_wrapper wp-caption-text thrv-inline-text\">Abbildung 1: Preisniveaus und produkt\u00fcbergreifende Preisvolatilit\u00e4t (eigene Darstellung)<\/p><\/div><div class=\"thrv_wrapper thrv_text_element\" data-css=\"tve-u-67a33f373006c4\"><h2 class=\"\" id=\"t-1691495644227\">Warum hohe Preise mit hoher Volatilit\u00e4t korreliert sind<\/h2><p>Stellen Sie sich zwei B\u00e4lle vor, die in einem begrenzten Raum wie dem Kasten in t1 (siehe Abbildung 2) h\u00fcpfen. Wir denken uns produkt\u00fcbergreifende Volatilit\u00e4t als den durchschnittlich gemessenen Abstand zwischen diesen beiden springenden B\u00e4llen d1. Nehmen wir an, wir erh\u00f6hen die Decke oder die H\u00f6he meines Kastens in t2. Nun haben beide B\u00e4lle bei sonst gleichen Bedingungen mehr Platz, um sich zu bewegen, so dass der durchschnittliche Abstand zwischen meinen B\u00e4llen zunimmt. d2 ist daher in t2 gr\u00f6\u00dfer ist als d1. Diese \u00dcberlegung l\u00e4sst sich gut auf Strompreise \u00fcbertragen, bei denen ein Anstieg des Gesamtpreisniveaus aufgrund einer Erh\u00f6hung der Inputkosten wie Kohle, Gas oder CO2 einfach die Decke anhebt und es den Preisen erm\u00f6glicht, in einem offenen Raum st\u00e4rker zu schwanken.<\/p><\/div><div class=\"thrv_wrapper tve_image_caption tve-image-caption-below\" data-css=\"tve-u-67a33f373006a4\"><span class=\"tve_image_frame\"><img decoding=\"async\" class=\"tve_image tcb-moved-image wp-image-9880\" alt=\"Liniendiagramm zeigt den Verlauf von Day Ahead High-Low-Spread und durchschnittlichem Preis in Euro von 2017 bis 2025 mit starkem Anstieg w\u00e4hrend der Energiekrise.\" data-id=\"9880\" width=\"748\" data-init-width=\"1068\" height=\"495\" data-init-height=\"707\" title=\"Day Ahead Strompreis-Analyse \u2013 Preisniveaus und Volatilit\u00e4t im Zeitverlauf\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/flex-power.energy\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/day-ahead-strompreis-volatilitaet-analyse.png\" data-width=\"748\" data-height=\"495\" style=\"aspect-ratio: auto 1068 \/ 707;\" data-css=\"tve-u-67a33f373006d3\"><\/span><p class=\"thrv_wrapper wp-caption-text thrv-inline-text\">Abbildung 2: Darstellung von Volatilit\u00e4t bei unterschiedlichen Preisniveaus (eigene Darstellung)<\/p><\/div><div class=\"thrv_wrapper thrv-columns\" style=\"--tcb-col-el-width: 815;\"><div class=\"tcb-flex-row v-2 tcb--cols--1\"><div class=\"tcb-flex-col\" data-css=\"tve-u-67a33f373006e3\" style=\"\"><div class=\"tcb-col\"><div class=\"thrv_wrapper thrv_text_element\" data-css=\"tve-u-67a33f373006c4\"><h2 class=\"\" id=\"t-1738685596681\">Preise sind eine Funktion von Angebot, Nachfrage und deren jeweiligen Elastizit\u00e4ten<\/h2><p>Lassen Sie uns nun aber zuerst einen Schritt zur\u00fcckgehen. In den Wirtschaftswissenschaften sind die Preise das Ergebnis des Zusammenspiels von Angebot und Nachfrage und ihrer jeweiligen Elastizit\u00e4ten bei verschiedenen Preisniveaus. Vereinfacht ausgedr\u00fcckt sind die Preise das Ergebnis der Bereitschaft der Erzeuger, eine bestimmte Menge Strom zu einem bestimmten Preisniveau zu liefern, und der Bereitschaft der Verbraucher, zu diesem Preisniveau zu kaufen. Die Elastizit\u00e4t der Nachfrage misst, wie stark sich der Stromverbrauch bei einer Preis\u00e4nderung \u00e4ndern w\u00fcrde.<\/p><p>Die Nachfrage nach Strom ist in der Regel unelastisch, da die Menschen und Unternehmen unabh\u00e4ngig vom Preis Strom ben\u00f6tigen und bei ihren Verbrauchsentscheidungen zudem h\u00e4ufig die Echtzeit-Marktpreise gar nicht erst sehen, da sie von ihren Versorgern durch Festpreisvertr\u00e4ge abgesichert sind.<\/p><p>Die Angebotselastizit\u00e4t misst, wie stark sich die Stromerzeugung bei Preis\u00e4nderungen ver\u00e4ndert. Das Angebot h\u00e4ngt von der <a href=\"\/de\/school-of-flex\/grenzkosten\/\" class=\"\" style=\"outline: none;\">Merit-Order<\/a> ab , d. h. billigere Quellen (wie erneuerbare Energien) werden zuerst genutzt und teurere (wie Gasturbinen) werden sp\u00e4ter eingesetzt, wenn die Nachfrage steigt. Wenn wir uns also mit Preisunterschieden befassen, suchen wir zwangsl\u00e4ufig nach Ver\u00e4nderungen bei der Nachfrage und dem Angebot und deren jeweiligen Elastizit\u00e4ten.&nbsp;<\/p><p>Warum also f\u00fchren h\u00f6here Preisniveaus tendenziell zu einer h\u00f6heren Preisvolatilit\u00e4t? Vergessen wir einmal die erneuerbaren Energien und schauen wir uns an, was ein Angebotspreisschock f\u00fcr die Preisvolatilit\u00e4t bedeutet. Die Energiekrise von 2021 bis 2023 dient als Lehrbuchbeispiel.&nbsp;<\/p><p>Zun\u00e4chst betrachten wir eine sehr gem\u00fctliche Merit-Order-Angebotskurve aus dem Jahr 2018, als Gas zu rund 18 EUR\/MWh gehandelt wurde und die CO2-Kosten bei rund 16 EUR\/Tonne lagen. Ein R\u00fcckgang der Nachfrage von 60 GW auf 40 GW h\u00e4tte zu einem Preisverfall von 20 EUR gef\u00fchrt. Oder anders ausgedr\u00fcckt: Das Angebot war recht preiselastisch: d.h. eine Preis\u00e4nderung von 20 EUR f\u00fchrt zu einer hohen Angebots\u00e4nderung von 20 GW. Abbildung 3 veranschaulicht diesen Punkt. Eine Nachfrage von 60 GW (ohne erneuerbare Erzeugung) h\u00e4tte uns vom Gashandel mit 50 EUR\/MWh zum Kohlehandel mit damals etwa 30 EUR\/MWh gef\u00fchrt.<\/p><\/div><div class=\"thrv_wrapper tve_image_caption tve-image-caption-below\" data-css=\"tve-u-67a33f373006a4\"><span class=\"tve_image_frame\"><img decoding=\"async\" class=\"tve_image tcb-moved-image wp-image-9938\" alt=\"Merit-Order-Kurve thermischer Kraftwerke in Deutschland 2018 mit Nachfrage\u00e4nderung von 60 GW auf 40 GW und Preisr\u00fcckgang von 50 auf 30 EUR\/MWh\" data-id=\"9938\" width=\"748\" data-init-width=\"1309\" height=\"485\" data-init-height=\"848\" title=\"Merit-Order von thermischen Kraftwerken in Deutschland 2018\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/flex-power.energy\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/merit-order-deutschland-2018-flexpower.png\" data-width=\"748\" data-height=\"485\" style=\"aspect-ratio: auto 1309 \/ 848;\" data-css=\"tve-u-1988901912c\"><\/span><p class=\"thrv_wrapper wp-caption-text thrv-inline-text\">Abbildung 3: Eine \u00c4nderung der Nachfrage f\u00fchrt zu moderaten Preisverschiebungen auf niedrigem Preisniveau (abge\u00e4nderte Abbildung auf Basis einer Grafik von <a href=\"https:\/\/www.ffe.de\/en\/publications\/merit-order-shifts-and-their-impact-on-the-electricity-price\/ \" target=\"_blank\">FfE<\/a>)<\/p><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><div class=\"thrv_wrapper thrv_text_element\" data-css=\"tve-u-67a33f373006c4\"><p>Jetzt springen wir in die Energiekrise, die durch den von Russland ausgel\u00f6sten Krieg in der Ukraine im Jahr 2022 verursacht wurde. Der Krieg f\u00fchrte zu einem Einfrieren der Gaslieferungen, was die Gaspreise auf 123 EUR\/MWh (in diesem Beispiel) und damit die Grenzproduktionskosten von Gas und auch anderen konventionellen Energietr\u00e4gern wie Kohle[2] in die H\u00f6he trieb. Dar\u00fcber hinaus waren die CO2-Preise auf 90 EUR pro Tonne gestiegen, was die Merit-Order-Kurve weiter ansteigen werden lie\u00df.<\/p><p>Bei der Betrachtung von Abbildung 4 f\u00e4llt zun\u00e4chst auf, dass sich das Preisniveau auf der Y-Achse etwas ver\u00e4ndert hat, und hier k\u00f6nnen wir unseren Bouncing-Balls-Effekt beobachten. Wir haben die Obergrenze unserer Box erh\u00f6ht, und nun ist der durchschnittliche Abstand zwischen den Angeboten auf der Merit Order einfach weiter auseinander, wenn alle anderen Dinge gleich bleiben. Die Merit-Order hat auch eine etwas andere Form, da einige Kernkraftwerke den Markt verlassen haben, aber das ist f\u00fcr die in diesem Artikel gemachten Aussagen nicht wesentlich. Der Preis im Jahr 2022 (in der Situation in Abbildung 4) bei einer Nachfrage von 60 GW lag bei 470 EUR\/MWh und bei 280 EUR\/MWh, sobald die Nachfrage auf 40 GW fiel. Beobachten Sie, wie die \u00c4nderung der Nachfrage von 60 GW auf 40 GW nun zu einer Preis\u00e4nderung von 190 EUR im Vergleich zu den 20 EUR vorher f\u00fchrt. Ein massiver Anstieg des Spreads also, wie auch in Abbildung 1 zu sehen ist. Im Jahr 2018 war eine Preis\u00e4nderung von 20 EUR mit einer \u00c4nderung des Angebots von 20 GW verbunden, w\u00e4hrend im Jahr 2022 eine Preis\u00e4nderung von 20 EUR kaum zu einer \u00c4nderung des Angebots gef\u00fchrt h\u00e4tte. Das bedeutet, dass die Elastizit\u00e4t des Angebots immens abgenommen hat.&nbsp;<\/p><blockquote class=\"\">[2] Kohle kann als Substitut f\u00fcr Gas dienen (und umgekehrt), sodass ein Kostenanstieg bei einem der beiden die Nachfrage nach dem Anderen erh\u00f6hen kann und dadurch ebenfalls dessen Preise steigen l\u00e4sst.<\/blockquote><\/div><div class=\"thrv_wrapper tve_image_caption tve-image-caption-below\" data-css=\"tve-u-67a33f373006a4\"><span class=\"tve_image_frame\"><img decoding=\"async\" class=\"tve_image tcb-moved-image wp-image-9940\" alt=\"Merit-Order-Kurve thermischer Kraftwerke in Deutschland 2022 mit Preisunterschieden von 190 EUR\/MWh bei hoher Gas- und CO2-Kosten\" data-id=\"9940\" width=\"748\" data-init-width=\"1317\" height=\"480\" data-init-height=\"846\" title=\"Merit-Order von thermischen Kraftwerken in Deutschland 2022\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/flex-power.energy\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/merit-order-thermische-kraftwerke-2022.png\" data-width=\"748\" data-height=\"480\" style=\"aspect-ratio: auto 1317 \/ 846;\" data-css=\"tve-u-194d6e5a42f\"><\/span><p class=\"thrv_wrapper wp-caption-text thrv-inline-text\">Abbildung 4: Eine \u00c4nderung der Nachfrage f\u00fchrt zu starken Preisverschiebungen bei h\u00f6heren Preisniveaus<\/p><\/div><div class=\"thrv_wrapper thrv_text_element\" data-css=\"tve-u-67a33f373006c4\"><p>Interessant ist, dass es theoretisch m\u00f6glich w\u00e4re, die Preise nach oben zu verschieben, ohne dass die Volatilit\u00e4t zunimmt. Wenn wir die Merit-Order f\u00fcr 2018 in Abbildung 3 einfach an allen Stellen um 400 EUR\/MWh nach oben verschieben w\u00fcrden, dann w\u00fcrde die \u00c4nderung der Nachfrage immer noch nur zu einem Preisr\u00fcckgang von 20 EUR f\u00fchren, aber in der Praxis sehen wir, dass je mehr Platz die Preise haben, um sich zu bewegen, desto gr\u00f6\u00dfer ihre durchschnittliche Entfernung wird. Die Preise tendieren also dazu, sich in dem ihnen zur Verf\u00fcgung stehenden Raum zu bewegen.<\/p><p>Anhand von Abbildung 1 k\u00f6nnen wir nun verstehen, warum und wie h\u00f6here Preisniveaus tendenziell zu einer h\u00f6heren produkt\u00fcbergreifenden Preisvolatilit\u00e4t f\u00fchren. Doch nun zur Schl\u00fcsselfrage: Warum entkoppeln sich diese beiden Entwicklungen ab 2024? Die einfache Antwort lautet: Es liegt an den erneuerbaren Energien. Lassen Sie uns dies im Folgenden nun weiter vertiefen.<\/p><\/div><div class=\"thrv_wrapper thrv_text_element\" data-css=\"tve-u-67a33f373006c4\"><h2 class=\"\" id=\"t-1738685596683\">Erneuerbare Energien mit niedrigen Grenzkosten mischen die Preisbildung auf<\/h2><p>Was \u00e4ndern die erneuerbaren Energien an all dem? Nun, erstens sind erneuerbare Energietr\u00e4ger bei den Grenzkosten sehr billig. Wir k\u00f6nnen davon ausgehen, dass die Grenzkosten von Wind und Sonne gleich Null sind. Das bedeutet, dass sie alle anderen Stromerzeuger verdr\u00e4ngen, wann immer sie verf\u00fcgbar sind. Dadurch sinken die j\u00e4hrlichen Produktionsstunden aller konventionellen Erzeuger, was bedeutet, dass Grundlasttechnologien wie Kernkraft (und Braunkohle) auch ohne politische Intervention von den erneuerbaren Energien aus dem Markt gedr\u00e4ngt werden, da sie viele Produktionsstunden ben\u00f6tigen, um rentabel zu sein. Dies bedeutet, dass der konventionelle Versorgungsbestand schrumpft und flexiblere Spitzenlastkapazit\u00e4ten, meist Gas (und Batterien), ben\u00f6tigt werden, um die abnehmenden L\u00fccken in der erneuerbaren Erzeugung zu f\u00fcllen.<\/p><p>Au\u00dferdem wird die Angebotskurve konventioneller Technologien steiler, d.h. die Elastizit\u00e4t des Angebots nimmt ab. Man kann sich diesen Effekt als eine Verlagerung von den langfristigen Grenzkosten zu den kurzfristigen Grenzkosten vorstellen, die auf verschiedenen M\u00e4rkten tendenziell h\u00f6her sind. Die Logik besteht darin, dass es teurer ist, innerhalb eines kurzen Zeitraums (weniger Laufzeitstunden) eine gro\u00dfe Menge an zus\u00e4tzlichem Output zu liefern. Stellen Sie sich vor, Sie m\u00fcssen 100 G\u00e4ste in einer K\u00fcche bedienen, die f\u00fcr 30 Personen ausgelegt ist. Jede zus\u00e4tzliche Mahlzeit wird h\u00f6here Grenzkosten verursachen, da zu viele K\u00f6che eine sehr kleine K\u00fcche \u00fcberf\u00fcllen. Bei Gas-Peakern ist derselbe Effekt zu beobachten, da die Anfahrkosten (Hoch- und Herunterfahren f\u00fcr kurze Zeitr\u00e4ume) wieder eingespielt werden m\u00fcssen und auch ihre Kapitalkosten in weniger Stunden refinanziert werden m\u00fcssen.<\/p><p>Wir brauchen etwas Mikro\u00f6konomie, um die Situation zu veranschaulichen. In einer konventionellen Stromversorgungswelt haben wir eine recht konstante Merit-Order-Kurve, die in Abh\u00e4ngigkeit von der st\u00fcndlichen Nachfrage aktiviert wird. Ver\u00e4nderungen in der Nachfrage f\u00fchren also zu Preisunterschieden. <br>Nehmen wir die Verschiebung der Nachfrage um 20 GW innerhalb eines Tages von den Beispielen bevor und stellen wir eine Theorie dar\u00fcber auf, was passiert. Wir sehen eine recht elastische konventionelle Angebotskurve, die auf die Preise reagiert. Wenn die Nachfrage sinkt, fallen die Preise, bis einige konventionelle Kraftwerke ihre Produktion gerade so weit herunterfahren, dass sie die Nachfrage decken k\u00f6nnen. Dies ist das klassische Merit-Order-Modell und Abbildung 5 ist lediglich eine vereinfachte Darstellung mit elastischem Angebot und einer sehr unelastischen Nachfrage zu zwei Zeitpunkten.<\/p><\/div><div class=\"thrv_wrapper tve_image_caption tve-image-caption-below\" data-css=\"tve-u-67a33f37300707\" style=\"\"><span class=\"tve_image_frame\"><img decoding=\"async\" class=\"tve_image tcb-moved-image wp-image-9910\" alt=\"Diagramm zur moderaten Preisvolatilit\u00e4t bei thermischem Angebot\" data-id=\"9910\" width=\"392\" data-init-width=\"367\" height=\"421\" data-init-height=\"394\" title=\"Moderate Preis Volatiliaet bei thermischen Angebot\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/flex-power.energy\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/moderate-preisvolatilitaet-thermisches-angebot-flexpower.png\" data-width=\"392\" data-height=\"421\" style=\"aspect-ratio: auto 367 \/ 394;\" data-css=\"tve-u-198890a6257\"><\/span><p class=\"thrv_wrapper wp-caption-text thrv-inline-text\">Abbildung 5: Moderate Preisverschiebungen in einem konventionellen Angebotsuniversum (eigene Darstellung)<\/p><\/div><div class=\"thrv_wrapper thrv_text_element\" data-css=\"tve-u-67a33f373006c4\"><p>Jetzt f\u00fcgen wir gro\u00dfe Wind- und Solarkapazit\u00e4ten in den Strommix hinzu, wie es Deutschland in den letzten 15 Jahren tats\u00e4chlich getan hat. In einer Welt der erneuerbaren Energien m\u00fcssen wir zus\u00e4tzlich zu den Nachfrageverschiebungen zunehmend auch die Angebotsverschiebungen ber\u00fccksichtigen, um die Preisentwicklung zu verstehen. In Deutschland schwankte die Produktion von Wind- und Solarenergie im vergangenen Jahr zwischen 0,5 GW und 68 GW, was auf extreme kurzfristige Angebotsschocks in einem Land mit einer durchschnittlichen Nachfrage von 55 GW hinweist. Stellen Sie sich also eine Situation vor, in der der gr\u00f6\u00dfte Teil der Nachfrage durch ein sehr g\u00fcnstiges Wind- und Solarangebot gedeckt wird. Ohne Marktverzerrungen, wie sie in Deutschland, wo <a href=\"https:\/\/flex-power.energy\/de\/energieblog\/wirtschaftlichkeit-abregelung-wind-solar\/ \" class=\"\" style=\"outline: none;\">negative Preise \u00fcblich sind<\/a>, h\u00e4ufig zu beobachten sind, drosseln die erneuerbaren Energietr\u00e4ger ihre Produktion bei etwa 0 EUR\/MWh. An diesem Punkt ist das Angebot also extrem elastisch: eine Preis\u00e4nderung von 1 EUR\/MWh auf -1 EUR\/MWh k\u00f6nnte eine \u00c4nderung des Angebots um mehrere Dutzend GW Strom bedeuten. Die erneuerbaren Energien k\u00f6nnen jedoch nicht hochgefahren werden, so dass die residuale Nachfrage, d. h. die Differenz zwischen der Gesamtnachfrage und dem Angebot an erneuerbaren Energien, weiterhin durch konventionelle Erzeugung gedeckt werden muss. In unserem Beispiel in Abbildung 6 wird die hohe Nachfrage in t1 zu einem gro\u00dfen Teil durch erneuerbare Energien und dann durch ein relativ teures konventionelles Angebot gedeckt. Die Angebotskurve ist steiler als im vorherigen Beispiel, da die Kraftwerke nur f\u00fcr wenige Stunden ben\u00f6tigt werden und daher h\u00f6here kurzfristige Grenzkosten haben.&nbsp;<\/p><p>Wenn die Nachfrage am Zeitpunkt t2 dann von Q1 auf Q2 zur\u00fcckgeht, k\u00f6nnen die erneuerbaren Energien die gesamte Nachfrage decken und die Preise sinken auf Null. Aufgrund der sehr niedrigen Preise zum Zeitpunkt t2 ist das durchschnittliche Preisniveau im Universum der erneuerbaren Energien niedriger als im obigen konventionellen Universum, obwohl P1 h\u00f6her ist als zuvor, d. h. die erneuerbaren Energien senken das durchschnittliche Preisniveau trotz h\u00f6herer Preisspitzen.<\/p><\/div><div class=\"thrv_wrapper tve_image_caption tve-image-caption-below\" data-css=\"tve-u-67a33f37300707\" style=\"\"><span class=\"tve_image_frame\"><img decoding=\"async\" class=\"tve_image tcb-moved-image wp-image-9912\" alt=\"Diagramm zur extremen Preisvolatilit\u00e4t bei hohem Angebot erneuerbarer Energien\" data-id=\"9912\" width=\"392\" data-init-width=\"422\" height=\"376\" data-init-height=\"405\" title=\"Extreme Preisverschiebungen bei hohem erneuerbaren Angebot\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/flex-power.energy\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/extreme-preisvolatilitaet-erneuerbare-energien-flexpower.png\" data-width=\"392\" data-height=\"376\" style=\"aspect-ratio: auto 422 \/ 405;\" data-css=\"tve-u-194d5dc5621\"><\/span><p class=\"thrv_wrapper wp-caption-text thrv-inline-text\">Abbildung 6: Extreme Preisverschiebungen in einem Umfeld, in dem erneuerbare Energien zum Einsatz kommen (eigene Darstellung)<\/p><\/div><div class=\"thrv_wrapper thrv_text_element\" data-css=\"tve-u-67a33f373006c4\"><p>Was wir jedoch sehr deutlich sehen k\u00f6nnen, ist, dass der Unterschied zwischen P1 und P2 in der Welt der erneuerbaren Energien viel gr\u00f6\u00dfer ist als in der Welt der konventionellen Energien. Die Preisvolatilit\u00e4t hat deutlich zugenommen.<\/p><p>Nach einigen theoretischen \u00dcberlegungen sollten wir nun verstehen, was wir als \u201eDie gro\u00dfe Abkopplung\u201c bezeichnet haben: Es geht nicht darum, dass die Korrelation zwischen hohen Preisen und hoher Volatilit\u00e4t geendet hat. Diese Korrelation sollte im Allgemeinen intakt bleiben, denn deren Logik gilt auch in der heutigen Welt. Es gibt jedoch eine neue Kraft, die das Preisniveau insgesamt f\u00fcr sehr viele Stunden nach unten dr\u00fcckt und gleichzeitig die Volatilit\u00e4t erh\u00f6ht, da der Strom nur f\u00fcr wenige Stunden am Tag sehr teuer sein wird. Diese Kraft hat einen Namen und hei\u00dft Wind- und Sonnenenergie.&nbsp;<\/p><h2 class=\"\" id=\"t-1738753504968\">Der Bedarf an Flexibilit\u00e4t<\/h2><p>Was also signalisiert diese \u201eGro\u00dfe Abkopplung\u201c dem Markt? Die Antwort ist ganz einfach: Es ist ein Ruf nach flexibler Nachfrage von einem Markt, der in Preisen spricht. In einem System mit erneuerbaren Energien gibt es viel mehr Kapazit\u00e4t an Stromerzeugern als durchschnittliche Nachfrage nach Strom, was bedeutet, dass die Preise, wenn erneuerbare Energien verf\u00fcgbar sind, die meiste Zeit nahe Null (oder negativ) sein werden. Dabei handelt es sich nicht um ein Marktversagen oder einen \u201eKannibalisierungseffekt\u201c, sondern um ein ganz einfaches Verh\u00e4ltnis von Angebot und Nachfrage. Wenn aber erneuerbare Energien knapp sind, werden konventionelle Kraftwerke nur f\u00fcr wenige Stunden am Tag oder im Jahr ben\u00f6tigt, und um ihre Investitions- und Zykluskosten wieder hereinzuholen, brauchen sie hohe Preise, um sich zu finanzieren. Wie diese Produktionskapazit\u00e4ten in diesem Umfeld zu finanzieren sind, ist eine faszinierende, wenn auch andere Frage.<\/p><p>Um die Vorteile dieses neuen und sich schnell ver\u00e4ndernden Umfelds nutzen zu k\u00f6nnen, m\u00fcssen wir die kurzfristige Nachfrage nach Elektrofahrzeugen, W\u00e4rmepumpen und flexiblen industriellen Prozessen in erheblichem Ma\u00df in die Zeitr\u00e4ume verschieben, in denen erneuerbare Energien (insbesondere Solarenergie) verf\u00fcgbar sind. Vergessen Sie dabei Ihren K\u00fchlschrank und Ihre Waschmaschine, sie machen kaum einen Unterschied. Die Preise sollten dieses Signal \u00fcber alle Kundensegmente hinweg aussenden d\u00fcrfen, was intelligente Z\u00e4hler und flexible Tarife erfordert, um den Kunden die richtigen Anreize zu geben auf Preise zu reagieren.<\/p><p>Die technologische L\u00f6sung, die am meisten von dieser zunehmenden Volatilit\u00e4t profitiert, sind nat\u00fcrlich Energiespeichersysteme oder -batterien (BESS), die wirklich als flexible Nachfrage betrachtet werden k\u00f6nnen: Sie erh\u00f6hen die Last in Zeiten mit hohem Angebot an erneuerbaren Energien und verringern die Last in Zeiten, in denen die erneuerbaren Energien knapp sind. Mit den derzeitigen Batteriekonfigurationen sind sie (noch) nicht geeignet, uns durch eine l\u00e4ngere \u201eDunkelflaute\u201c zu bringen, aber sie sind die billigste Antwort auf eine flexible Nachfrage, die wir bisher geh\u00f6rt haben.<\/p><h2 class=\"\" id=\"t-1738753504969\">Conclusio<\/h2><p>Es ist faszinierend zu beobachten, dass sich die Volatilit\u00e4t der deutschen Strompreise im Jahr 2024 vom allgemeinen Strompreisniveau abkoppelt. Das bedeutet nicht, dass h\u00f6here Preisniveaus aufgrund von hohem Gas- oder CO2-Aussto\u00df nicht mehr zu hoher Volatilit\u00e4t f\u00fchren; das tun sie. Vielmehr sehen wir einen zus\u00e4tzlichen Effekt durch den Zubau an erneuerbaren Kapazit\u00e4ten. Einerseits werden die durchschnittlichen Strompreise durch die vielen Stunden mit sehr niedrigen Preisen nach unten gedr\u00fcckt. Andererseits werden die Strompreise aufgrund einer steilen kurzfristigen Angebotskurve f\u00fcr sehr wenige Stunden vor\u00fcbergehend angehoben. Wir dr\u00fccken also das durchschnittliche Preisniveau und erh\u00f6hen gleichzeitig die Volatilit\u00e4t. Diese \u201eGro\u00dfe Abkopplung\u201c ist eine gute Nachricht f\u00fcr alle, die an der Bereitstellung von strommarktseitiger Flexibilit\u00e4t arbeiten: seien es lastseitige Flexibilit\u00e4tsoptionen oder Batteriespeicher. <a href=\"\/de\/services\/batterievermarktung\/\" class=\"\" style=\"outline: none;\">Ihre Zeit ist nun gekommen<\/a>.<\/p><\/div>","tve_custom_css":"@media (min-width: 300px){[data-css=\"tve-u-67a33f373005c6\"] { --tve-toc-indent: 15px; max-width: 500px; float: left; z-index: 3; position: relative; --tve-alignment: left; margin-left: auto !important; margin-right: auto !important; --tcb-local-color-4b31d: var(--tcb-skin-color-0) !important; --tcb-local-color-5fb35: rgb(56,60,61) !important; }[data-css=\"tve-u-67a33f37300641\"] { border: 1px solid rgb(221, 221, 221) !important; background-color: rgb(255, 255, 255) !important; }[data-css=\"tve-u-67a33f37300673\"] { margin-top: 0px !important; padding: 20px 30px !important; margin-bottom: 0px !important; }[data-css=\"tve-u-67a33f37300651\"] { padding: 30px !important; 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